Politische Unsicherheit zwingt viele Deutsche zum Urlaub auf Stand-by

07.04.2026


Die globale politische Lage verändert spürbar, wohin und ob die Deutschen in diesem Jahr reisen. Einer Umfrage des Deutschen Instituts für Tourismusforschung zufolge haben 16 Prozent der Befragten ihre Reisepläne aufgrund von Kriegen, Krisen und politischer Unsicherheit angepasst. Für den Deutschen Tourismusverband (DTV) kommt der Umfang dieser Verschiebungen überraschend. Präsident Reinhard Meyer spricht von einem „ungewöhnlich deutlichen Einfluss“ der weltpolitischen Situation auf die Reiseplanung und verweist auf eine ausgeprägte Verunsicherung durch Krisen und Preissteigerungen.

Die Folgen dieser Verunsicherung sind deutlich: Unter denjenigen, die ihre Pläne geändert haben, verzichteten 46 Prozent komplett auf eine Urlaubsreise. Weitere 32 Prozent stornierten bereits gebuchte Reisen vollständig. Dahinter steht ein stärkeres Risikobewusstsein bei der Wahl der Destination. „Urlaub ist nicht unpolitisch“, sagt Julian Reif, stellvertretender Direktor des Instituts. Für viele Menschen seien die politischen Rahmenbedingungen am Reiseziel inzwischen ein zentraler Bestandteil der Urlaubsentscheidung.

Die Daten unterstreichen diese Verschiebung der Prioritäten. Zwei Drittel der Befragten bewerten die politischen Verhältnisse am Urlaubsort als wichtig oder sehr wichtig. 79 Prozent geben an, Reiseziele mit politischer Instabilität oder sozialen Unruhen bewusst zu meiden. Damit werden geopolitische Risiken zu einem entscheidenden Faktor für die Tourismusnachfrage – neben klassischen Kriterien wie Preis, Klima oder Infrastruktur. Die Branche sieht sich damit in einem Umfeld, in dem Nachrichtenlage und Sicherheitswahrnehmung kurzfristig Buchungsströme umleiten können.

Trotz der aufgeheizten Weltlage bleibt die grundsätzliche Reiselust in Deutschland hoch. Rund 72 Prozent planen laut Umfrage zwischen April und Juni mindestens eine Urlaubsreise. Dabei verschiebt sich die Nachfrage teils in Richtung als stabil wahrgenommener Ziele. Im Inland zählen Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen zu den beliebtesten Regionen. Im Ausland bleiben Spanien und Italien besonders gefragt. Für den Tourismus bedeutet dies: Die Nachfrage bricht nicht ein, sie wird selektiver – politische Stabilität entwickelt sich zum harten Standortfaktor im Wettbewerb um deutsche Urlauber.

Digitalisierungsinitiative: Bildungsministerium ergänzt Schülerlaptops um Sicherheitskonfiguration

14.04.2026


Schülerinnen und Schüler in Österreich, die im Rahmen der staatlichen Digitalisierungsinitiative vergünstigte Laptops oder Tablets erhalten haben, sollen künftig besser vor nicht altersgerechten Online-Inhalten geschützt werden – und zwar nicht nur im Schulnetz. Eine vom Bildungsministerium bereitgestellte neue Sicherheitskonfiguration sorgt dafür, dass Apps und Websites mit radikalen, verstörenden, sexistischen oder pornografischen Inhalten auch dann gesperrt bleiben, wenn die Geräte über öffentliche oder private WLANs etwa im Zug oder im Schnellrestaurant mit dem Internet verbunden sind. Eltern können die Voreinstellungen erweitern und zusätzliche Sperren einrichten.

Seit Ende März steht den Schulen ein zentrales Konfigurationsservice des Ressorts zur Verfügung, mit dem die Jugendschutzeinstellungen automatisiert auf die Endgeräte aufgespielt werden können. Zielvorgabe des Bildungsministeriums ist eine "schnellstmögliche Umsetzung im April". Betroffen sind alle mehr als 600.000 Laptops und Tablets, die seit 2020 im Zuge der Digitalisierungsinitiative an Schülerinnen und Schüler ausgegeben wurden. Die Eltern sollen von den einzelnen Schulen über den Ablauf und den Zeitpunkt der Umstellung informiert werden.

Mit Stichtag 1. April hatten sich nach Angaben des Ministeriums bereits 14 Prozent der Mittel- und Sonderschulen sowie der AHS-Unterstufen an den zentralen Konfigurationsdienst angebunden. Zusätzlich gibt es eine nicht bezifferte Zahl von Schulen, die die Einstellungen eigenständig nach Anleitung umgesetzt haben. Bei der technischen Umsetzung meldet das Ressort bislang einen reibungslosen Verlauf, auch die Lehrergewerkschaft berichtet nach eigenen Angaben derzeit von keinen Beschwerden im Zusammenhang mit der neuen Konfiguration.

Kern des neuen Konzepts ist ein einheitlicher "Basisschutz", der bei Bedarf durch die Erziehungsberechtigten angepasst werden kann. Über das Bildungsportal oder gemäß den Vorgaben der jeweiligen Schule lassen sich einzelne Schutzfunktionen wie Webfilter oder die Installation von Apps individuell aktivieren und deaktivieren. Wer strengere Regeln wünscht, kann mithilfe lokaler Administratorenrechte zusätzliche Schutzsoftware aufspielen, etwa um auch die Bildschirmzeit der Kinder zu begrenzen. Für Eltern, denen der vom Ministerium vorgeschlagene Webfilter beispielsweise aus Datenschutzgründen zu weit geht, ist eine Opt-out-Lösung vorgesehen, mit der sich von Teilen der Voreinstellungen Abstand nehmen lässt.