Umsatz stagniert, Ergebnis steigt: Liebherr justiert Portfolio in der Baukrise

03.04.2026


Der Technologiekonzern Liebherr hat im vergangenen Jahr trotz schwieriger Rahmenbedingungen in Teilen seines Kerngeschäfts Gewinn und Belegschaft ausgebaut. Der Umsatz des Familienunternehmens, das vom Bagger über Krane bis hin zu Kühl- und Gefriergeräten ein breites Spektrum an Investitions- und Konsumgütern anbietet, legte leicht von 14,6 auf 14,7 Milliarden Euro zu. Unter dem Strich erhöhte sich das Ergebnis nach Steuern von 258 auf 272 Millionen Euro.

Liebherr mit Hauptsitz im schweizerischen Bulle, 1949 von Hans Liebherr im oberschwäbischen Kirchdorf an der Iller gegründet, beschäftigt weltweit 55.963 Menschen. Das sind 1.235 mehr als im Vorjahr. Deutschland bleibt laut Unternehmensangaben wichtigster Produktions- und Arbeitgeberstandort: Rund 24.600 Beschäftigte arbeiten hier, was einem leichten Zuwachs von knapp 1 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Deutliches Wachstum verzeichnete der Konzern in jenen Sparten, die weniger direkt von der anhaltend schwachen Baukonjunktur geprägt sind. In den Bereichen Maritime Krane, Luftfahrt und Verkehrstechnik, Verzahntechnik und Automationssysteme, Kühl- und Gefriergeräte, Komponenten sowie Hotels stieg der Umsatz um 14,7 Prozent auf 5,4 Milliarden Euro. Diese Geschäftsfelder gewannen damit erkennbar an Bedeutung im Konzernmix.

Belastet wurde die Entwicklung hingegen von rückläufigen Erlösen im Segment Baumaschinen und Mining. Dazu zählen die Produktgruppen Erdbewegung, Materialumschlag, Spezialtiefbau, Mining, Mobil- und Raupenkrane, Turmdrehkrane und Betontechnik. Obwohl Spezialtiefbau und Turmdrehkrane zulegen konnten, sank der Umsatz des gesamten Bereichs um 5,5 Prozent auf 9,3 Milliarden Euro. Damit federten wachstumsstarke Sparten außerhalb des klassischen Baustellengeschäfts den Rückgang im Bau- und Minenbereich weitgehend ab und ermöglichten dem Unternehmen, das Ergebnis dennoch zu steigern.

Bossard-Aktionäre kassieren 3.90 Franken – höhere Rendite, weniger ausgeschüttetes Volumen

13.04.2026


Die Aktionäre der Bossard Holding AG setzen weiter auf Verlässlichkeit bei der Ausschüttung: Die Generalversammlung des Innerschweizer Verbindungstechnik-Spezialisten hat am 10. April 2026 eine unveränderte Dividende von 3.90 Franken je Aktie für das Geschäftsjahr 2025 beschlossen. Im Vergleich zum Vorjahr bleibt der Betrag pro Titel damit stabil, während sich die gesamte Ausschüttungssumme dennoch leicht verringert. Bossard zahlt insgesamt 30.06 Millionen Franken an seine Anteilseigner aus – ein Rückgang um 2.43 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Am Tag der Hauptversammlung schloss die Bossard-Aktie an der SIX Swiss Exchange bei 156.00 Franken. Seit Montag wird das Papier ex Dividende gehandelt, was optisch zu teils deutlichen Kursabschlägen führen kann, ohne dass sich an den fundamentalen Daten unmittelbar etwas ändert. Auf Basis des beschlossenen Ausschüttungsbetrags ergibt sich für 2025 eine Dividendenrendite von 2.49 Prozent. Damit ist die Rendite höher als im Vorjahr, als sie 2.04 Prozent betrug – ein Effekt, der auch auf den gefallenen Aktienkurs zurückzuführen ist.

Die Kursentwicklung der vergangenen Jahre fällt für Investoren ernüchternd aus: Auf Drei-Jahres-Sicht hat die Bossard-Aktie rund 33.05 Prozent an Wert eingebüsst. Einschliesslich Dividenden summiert sich die tatsächliche Rendite auf minus 30.33 Prozent und liegt damit leicht über der reinen Kursentwicklung, bleibt aber deutlich im negativen Bereich. An der Börse kommt das Unternehmen derzeit auf eine Marktkapitalisierung von 1.202 Milliarden Franken. Auf Basis der aktuellen Bewertung weist Bossard ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 16.79 auf.

Operativ bleibt der Blick auf den Geschäftsverlauf gerichtet. Das Unternehmen hat für den 10. April eine Ad-hoc-Mitteilung zum Umsatz im ersten Quartal 2026 nach Richtlinie Art. 53 des Kotierungsreglements veröffentlicht. Details sind über die Investor-Relations-Seite von Bossard abrufbar. Im Geschäftsjahr 2025 erzielte die Gruppe einen Umsatz von 1.069 Milliarden Franken. Parallel dazu signalisieren Analysten Vertrauen in die Ausschüttungsfähigkeit: Laut FactSet-Prognosen dürfte die Dividende für 2026 auf 4.25 Franken steigen, was einer geschätzten Dividendenrendite von 2.71 Prozent entspräche.

Mit der Kombination aus stabiler Dividende, moderater Bewertung und schwacher historischer Kursbilanz positioniert sich Bossard als klassischer Qualitätswert mit Ertragsfokus, dessen weitere Entwicklung eng von der Nachfrage im Industrie- und Fertigungssektor abhängen dürfte. Wie stark sich der jüngste Quartalsumsatz und das konjunkturelle Umfeld auf Margen und Ausschüttungspolitik auswirken, werden die kommenden Berichtsperioden zeigen.