Brownfields sind der wahre Test für die Automatisierung: So skalierte ForwardX 484 AMRs in einem laufenden Automobilwerk eines Erstausrüsters ohne Produktionsausfälle

20.06.2026

Chery Dalian in Zahlen:

  • 484 AMRs sind in der gesamten Anlage im Einsatz
  • Täglich werden rund 1.000 Fahrzeuge produziert
  • 127 Materialkategorien automatisiert
  • Karosseriewerkstatt und Endmontage abgedeckt
  • Die Produktion konnte während der gesamten Einsatzdauer aufrechterhalten werden

BEIJING, 20. Juni 2026 /PRNewswire/ -- Die meisten Automobilwerke sind nicht für die Automatisierung ausgelegt. Sie sind auf die Produktion ausgelegt.

Mehr als ein Jahr nach Beginn der Einführung wird das AMR-System von ForwardX im Werk von Chery Automobile in Dalian weiter ausgebaut, ohne die Produktion zu beeinträchtigen. Heute zählt das Projekt zu den größten AMR-Implementierungen in bestehenden Anlagen in der Automobilindustrie.

Diese Tatsache macht die Automatisierung bestehender Anlagen zu einer der größten Herausforderungen der Branche. Im Gegensatz zu Neuanlagen müssen bestehende Fabriken modernisiert werden, ohne dass dabei die Produktionsleistung beeinträchtigt wird. Die Automatisierung muss sich an Altsysteme, festgelegte Layouts und den laufenden Betrieb anpassen und kann nicht von Anfang an in die Anlage integriert werden.

Mit einer Flotte von 484 AMRs wird die Einführung kontinuierlich ausgebaut, während die Produktion voll in Betrieb bleibt, sodass die Automatisierung ohne größere Umbauten oder Werksstillstände skaliert werden kann.

Das Chery-Werk in Dalian produziert täglich etwa 1.000 Fahrzeuge, weshalb die Kontinuität der Produktion eine entscheidende betriebliche Anforderung darstellt. In den Schweiß- und Endmontagehallen unterstützen die AMRs eine Vielzahl von intralogistischen Prozessen, darunter die liniennahe Materialzufuhr, den Transport von SPS-Wagen, die Anlieferung von Antriebssträngen und die Rückführung leerer Behälter.

In der Karosseriewerkstatt unterstützen derzeit 204 AMRs die Anlieferung von 32 Materialkategorien und decken damit mehr als 80 % des Materialbedarfs ab. In der Endmontage übernehmen 280 AMRs den Transport von 95 Materialkategorien und decken damit fast 90 % des Materialbedarfs am Fließband ab.

Der Erfolg bei der Nachrüstung hängt von weit mehr als nur der Autonomie der Fahrzeuge ab.

Bestehende Fabriken stellen eine Reihe einzigartiger Herausforderungen dar: begrenzter Platz am Fließband, gemischter Verkehr mit Mitarbeitenden und Gabelstaplern, veraltete IT-Infrastruktur, sich ändernde Produktionsanforderungen und minimale Zeitfenster für die Inbetriebnahme. Die Herausforderung besteht darin, ein bestehendes Logistiksystem umzugestalten, ohne die Produktion zu stören. Zwar sind viele Automatisierungsprojekte in der Pilotphase erfolgreich, doch die Skalierung auf Hunderte von Robotern in aktiven Automobilproduktionsumgebungen stellt dann doch eine ganz andere Herausforderung dar.

Um diese Herausforderungen zu bewältigen, kombinierte ForwardX bildbasierte Autonomie, Flottenkoordination, Fertigungsintegration und schrittweise Implementierungsstrategien. Anstatt umfangreiche bauliche Veränderungen zu erfordern, wurde die Einführung in bestehende Produktions- und Logistikabläufe integriert.

Das System arbeitet Seite an Seite mit Mitarbeitenden, Förderbändern, Roboteranlagen und bestehenden Materialtransportmitteln. Durch eine Einführung in Phasen und kontinuierliche Optimierung wurde die Automatisierung schrittweise eingeführt, während die Produktionsstabilität gewahrt blieb.

„Die Herausforderung besteht darin, eine in Betrieb befindliche Fabrik umzugestalten und gleichzeitig die Produktion zu sichern", sagte Nicolas Chee, Gründer und CEO von ForwardX Robotics. „Eine Brownfield-Automatisierung erfordert weit mehr als nur Robotik. Sie erfordert Integration, Koordination und ein tiefes Verständnis der Fertigungsabläufe."

Da OEMs und Tier-1-Zulieferer ihre bestehenden Anlagen kontinuierlich modernisieren, rückt die Brownfield-Transformation in der gesamten Automobilindustrie zunehmend in den Fokus.

Für die meisten Hersteller werden künftige Investitionen in die Automatisierung eher in bestehenden Fabriken als in neuen Anlagen getätigt werden.

Greenfield-Projekte beweisen, dass Roboter funktionieren können.

Brownfield-Projekte beweisen, dass Automatisierung in realen Fertigungsumgebungen skalierbar ist.

Chery Dalian zeigt, wie diese Transformation in der Praxis aussieht.

Möchten Sie die ganze Geschichte erfahren?

Laden Sie hier das Whitepaper zur Automatisierung des Brownfield-Geländes von Chery Dalian herunter: https://www.forwardx.com/ 

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Finanzkrise in Wetzikon: Gericht gewährt GZO ein halbes Jahr Aufschub

15.06.2026

Das GZO Spital Wetzikon erhält für seine Sanierungsbemühungen mehr Zeit: Das zuständige Nachlassgericht hat die definitive Nachlassstundung letztmals um sechs Monate bis zum 19. Dezember 2026 verlängert. Damit reagiert das Gericht auf ein Übernahmeangebot, das dem Spital Ende März zugegangen ist und derzeit vertieft geprüft wird. Die Sachwalter hatten die Fristverlängerung beantragt, um die laufenden Verhandlungen mit einer nicht namentlich genannten Interessentin fortführen zu können.

Das Kaufangebot ist an mehrere Bedingungen geknüpft. Zentral ist laut Mitteilungen von Spital und Sachwaltern die gesicherte Übertragung beziehungsweise Neuerteilung der kantonalen Leistungsaufträge an eine neue Betreiberin. Erst wenn diese und weitere Bedingungen erfüllt sind, kann ein Verkauf zustande kommen. In diesem Fall rechnen die Sachwalter damit, den Gläubigern einen angepassten Nachlassvertrag mit potenziell besseren Konditionen vorlegen zu können. Die ursprünglich für Mitte Mai geplante Gläubigerversammlung war deshalb bereits im April verschoben worden.

Nach Angaben des Sachwalters sind die Voraussetzungen für die definitive Nachlassstundung weiterhin gegeben. Der laufende Spitalbetrieb gilt als stabil, die während der Nachlassstundung neu eingegangenen Verbindlichkeiten kann das GZO den Angaben zufolge aus dem operativen Geschäft bedienen. Bis zum Ende der nun verlängerten Frist soll der Betrieb in Wetzikon regulär weitergeführt werden. GZO und Sachwalter stehen nach eigenen Aussagen in engem Kontakt mit der Interessentin und wollen über das weitere Verfahren und einen neuen Termin für die Gläubigerversammlung informieren, sobald der Stand der Verhandlungen dies zulässt.

Das Spital Wetzikon befindet sich seit bald zwei Jahren in einer existenziellen finanziellen Krise. Auslöser ist vor allem eine Anleihe über 170 Millionen Franken, die im Juni 2024 hätte zurückgezahlt werden müssen. Da die Mittel dafür fehlten, wurde das Nachlassverfahren eingeleitet. Mit der nun gewährten letzten Verlängerung der Nachlassstundung bleibt dem GZO ein begrenztes Zeitfenster, um den Verkauf abzuschliessen und eine für Gläubiger tragfähige Lösung zu finden. Eine weitere Erstreckung der Frist ist rechtlich nicht vorgesehen.