BEIJING, 6. Juli 2026 /PRNewswire/ -- Angesichts der Verschärfung geopolitischer Spannungen und der Zunahme regionaler Konflikte versammelten sich Wissenschaftler und politische Experten auf dem 14. Weltfriedensforum in Beijing, um einer zentralen Frage nachzugehen: Kann die Stabilität zwischen China und den Vereinigten Staaten eine zunehmend fragmentierte internationale Ordnung noch stützen?
Im Rahmen einer Podiumsdiskussion zum Thema „Die Beziehungen zwischen China und den USA und die internationale Stabilität" kamen Wissenschaftler aus China, den Vereinigten Staaten und internationalen Institutionen zu einer Diskussion zusammen, die von Da Wei, dem Direktor des Zentrums für Internationale Sicherheit und Strategie an der Tsinghua University, moderiert wurde.
Thomas Fingar von der Stanford University argumentierte, dass eine Interpretation globaler Angelegenheiten, die sich in erster Linie auf den Wettbewerb zwischen China und den USA stützt, den wachsenden Einfluss regionaler Konflikte, sich wandelnder Bündnisdynamiken und der politischen Entscheidungen von Drittländern bei der Gestaltung des heutigen internationalen Systems außer Acht lässt. Zwar sei die Stärkung der bilateralen Zusammenarbeit nach wie vor wichtig, so Fingar, doch erfordere die Bewältigung globaler Herausforderungen ein breiteres internationales Engagement, und die Interessen sowie politischen Entscheidungen von Drittländern hätten ebenfalls erhebliche Auswirkungen sowohl auf die chinesisch-amerikanischen Beziehungen als auch auf die globale Stabilität.
Mehrere Redner verwiesen auf das jüngste Treffen zwischen dem chinesischen und dem US-amerikanischen Präsidenten, bei dem beide Seiten ihre Beziehung als „konstruktive strategische Stabilität" bezeichneten. Wu Xinbo von der Fudan University und Yu Tiejun von der Peking University betrachteten diese Formulierung als einen wichtigen Schritt hin zu stabileren langfristigen Beziehungen. Sie argumentierten, dies spiegele eine Verlagerung weg von der Betonung von „Entkopplung" und „Risikominderung" hin zu mehr Dialog und Zusammenarbeit in Bereichen wie künstliche Intelligenz, Finanzgovernance, Rüstungskontrolle und Krisenmanagement wider.
Clifford Kupchan, Ehrenvorsitzender der Eurasia Group, gab eine vorsichtigere Einschätzung ab und beschrieb die aktuellen Beziehungen zwischen den USA und China als eine „konkurrierende Koexistenz". Er argumentierte, dass sich die jüngsten Fortschritte eher auf die Schaffung von Sicherheitsvorkehrungen und die Konfliktverhütung als auf den Ausbau der Zusammenarbeit konzentriert hätten. Da sich die technologische Entkopplung und die Entkopplung der Lieferketten beschleunigen, ähneln die Beziehungen zunehmend den amerikanisch-sowjetischen Beziehungen zur Zeit des Kalten Krieges, in denen zentrale Themen trotz einer umfassenderen strategischen Rivalität getrennt behandelt werden mussten.
Sun Yun, Leiterin des China-Programms des Stimson Center, hob die anhaltenden Unterschiede in der Interpretation des Begriffs „konstruktive strategische Stabilität" durch Beijing und Washington hervor und merkte an, dass China den Schwerpunkt auf Zusammenarbeit lege, während die Vereinigten Staaten dem Risikomanagement und der Krisenprävention größere Priorität einräumten. Mit Blick auf die Zukunft sagte sie, dass die Entwicklung der chinesisch-amerikanischen Beziehungen sowohl von Präsident Trumps persönlichem Ansatz als auch von Chinas wachsender nationaler Stärke geprägt werde.
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Der US-Datenkonzern Palantir hat in der Schweiz eine deutliche juristische Niederlage erlitten. Das Handelsgericht Zürich wies 22 von 23 beanstandeten Passagen in zwei kritischen Artikeln des Online-Magazins «Republik» zurück. Lediglich eine einzelne Formulierung muss die Redaktion korrigieren. Palantir und seine Schweizer Tochtergesellschaft wollten gerichtlich durchsetzen, dass umfangreiche Gegendarstellungen publiziert werden; dieses Anliegen ist nun weitgehend gescheitert. Nach dem Urteil muss der Konzern zudem den überwiegenden Teil der Verfahrenskosten tragen.
Ausgangspunkt des Rechtsstreits waren Recherchen, die im Dezember 2025 nach rund einjähriger Arbeit erschienen. Das Projekt von «Republik» und dem Recherchekollektiv WAV beleuchtete, wie Palantir über mehrere Jahre versucht hatte, bei Bundesstellen und dem Schweizer Militär Aufträge zu erhalten – ohne Erfolg. Die Journalisten werteten dazu Dutzende Gesuche nach dem Öffentlichkeitsgesetz sowie interne Unterlagen aus und kamen zum Befund, dass das Unternehmen trotz einer mehrjährigen Präsenz in der Schweiz keinen einzigen Regierungsauftrag gewinnen konnte. Diese Erzählung eines «Scheiterns» auf dem Schweizer Markt war nach Darstellung der beteiligten Reporter Auslöser für Palantirs juristische Offensive.
Die Redaktion hatte dem Unternehmen nach eigenen Angaben vor Veröffentlichung ausführliche Fragen geschickt und Führungskräfte interviewt. Palantir verlangte darüber hinaus eine detaillierte, punktweise Replik im Magazin, die über den Umfang der ursprünglichen Recherche hinausgegangen wäre. Als «Republik» dies ablehnte, reichte der Konzern Klage ein. Das Zürcher Handelsgericht stellte nun klar, dass nur eine von 23 umstrittenen Passagen eine Gegendarstellung erfordert. Damit bestätigt das Urteil, dass der Großteil der Berichterstattung über Palantirs vergebliche Akquisitionsversuche bei Schweizer Behörden auf einer zulässigen Auswertung amtlicher Dokumente beruht.
Palantir ist international vor allem durch den Einsatz seiner Software in militärischen und nachrichtendienstlichen Kontexten bekannt. Seit 2022 stellt das Unternehmen Plattformen zur Verfügung, die ukrainische Behörden und Streitkräfte bei der Auswertung von Lagebildern, der Zielidentifikation und der Logistik unterstützen. Die Systeme werden außerdem von US-amerikanischen und verbündeten Diensten im Nahen Osten genutzt, um iranische Aktivitäten etwa in Raketenprogrammen, beim Einsatz von Drohnen oder in Cyberoperationen zu analysieren. Direkte Geschäftsbeziehungen mit dem Iran bestehen nach Unternehmensangaben aufgrund von US-Sanktionen nicht. Das Zürcher Urteil könnte über die Schweiz hinaus Signalwirkung haben, nachdem die Recherche bereits in anderen europäischen Staaten Debatten über Nutzen und Notwendigkeit der Palantir-Technologie im staatlichen Bereich angestoßen hatte.