Thomas Hampson, Wolfgang Böck, Irene Suchy und Christoph Wagner-Trenkwitz mit dem Auner Quartett
WIEN, 1. September 2026 /PRNewswire/ -- „Was für ein kühnes, spannendes Projekt, in dem das bekannte Auner Quartett Neues erkunden und einen großen Bogen jenseits Wiener Klischees spannen will", sagt Peter Marboe, ehem. Wiener Kulturstadtrat und Vorsitzender des Alexander Zemlinsky Fonds.

Ab 25. November 2026 stellt das Auner Quartett in vier Konzerten im Wiener Musikverein Komponistinnen und Komponisten vor, die in Wien verdrängt wurden: zunächst von der Begeisterung des Publikums für die Tanzmusik der Familie Strauss, später vom zunehmenden Antisemitismus und schließlich vom NS-Regime, das ihre Werke als „entartet" diffamierte und sie ins Exil trieb.
Alexander Zemlinsky bildet die Achse des Zyklus: In jedem der vier Abende erklingt ein Werk von ihm. Lehrer und Schwager Arnold Schönbergs, musste er 1938 fliehen und starb 1942 im amerikanischen Exil, fast vergessen.
Um ihn gruppieren sich seine Zeitgenossen – darunter die Geigerin und Komponistin Mary Dickenson-Auner (1880–1965). In Dublin geboren und an der Royal Academy of Music in London ausgebildet, spielte sie 1922 die österreichische Erstaufführung von Bartóks Erster Violinsonate. Als britischer Staatsbürgerin wurde ihr 1938 in Wien das Auftreten und Unterrichten untersagt. Fast alle ihre Streichquartette liegen nur handschriftlich vor und werden für diesen Zyklus erst wieder spielbar gemacht. Daniel Auner, mit ihr über die Familie verwandt, spielt im Zyklus auf ihrer eigenen Violine.
Der Titel spielt auf den Walzer an, dessen Nachklang bis in die Werke der Verfemten reicht – bis zu Fritz Kreislers „Bekenntnis zu Wien", das der Exilant 1919 in New York schrieb.
Das 2013 gegründete Auner Quartett gewann 2018 den Eugène-Ysaÿe-Wettbewerb in Liège und war 2020/21 NASOM-Kulturbotschafter Österreichs. Seine CD „Versinkende Sonne" wurde zur Ö1-CD des Jahres 2022 gewählt. Primarius Daniel Auner spielt eine Guadagnini-Violine, eine Dauerleihgabe der Oesterreichischen Nationalbank. Veranstalter des Zyklus ist das Kammermusikforum Wien mit Unterstützung des Alexander Zemlinsky Fonds.
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Termine
25.11.2026, 20.00 Uhr – Irene Suchy liest aus „Mein Musikleben" von Mary Dickenson-Auner. Werke von F.Schubert, M.Dickenson-Auner, J.Brahms und A.Zemlinsky.
17.02.2027, 20.00 Uhr – Wolfgang Böck liest aus „Leutnant Gustl" von Arthur Schnitzler. Werke von A.Webern, J.Strauss, A.Zemlinsky und A.Berg.
17.03.2027, 19.30 Uhr – Thomas Hampson, Bariton, mit einem Bouquet von Liedern. Werke von H.Wolf, A.Schönberg und A.Zemlinsky.
22.05.2027, 20.00 Uhr – Christoph Wagner-Trenkwitz über Fritz Kreislers „Bekenntnis zu Wien". Werke von J.Strauss, E.Wellesz, A.Zemlinsky und F.Kreisler.
Alle Programme, Termine und Karten: https://aunerquartett.at/kammermusikzyklus
Presskit: https://aunerquartett.at/presseinformationen
Rückfragen & Kontakt
Kammermusikforum Wien:
Daniel Auner, M.A.
+43 677 63513039
presse@danielauner.com
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Der Bundesrat verschärft im Streit um das Frühfranzösisch den Ton und greift zu einem bundesrechtlichen Instrument. Alle Primarschülerinnen und Primarschüler in der Schweiz sollen künftig zwingend eine zweite Landessprache lernen. Um dieses Ziel durchzusetzen, hat die Landesregierung eine Revision des Sprachengesetzes in die Vernehmlassung geschickt. Sie reagiert damit auf Vorstösse in mehreren deutschsprachigen Kantonen, Französisch aus den Stundenplänen der Primarschule zu streichen.
Im Zentrum steht die Frage, welche Rolle die Landessprachen im obligatorischen Unterricht spielen sollen. Für den Bundesrat ist dies eine «Frage von nationaler Bedeutung». Die Bundesverfassung verpflichte Bund und Kantone gemeinsam, die Landessprachen zu erhalten, die Verständigung zwischen den Sprachgemeinschaften zu stärken und nationale Minderheiten zu schützen, hält die Regierung fest. Der Bund sehe sich damit in der Verantwortung, den Zusammenhalt zwischen den Sprachregionen und den Respekt vor der sprachlichen Vielfalt zu sichern, während die Kantone ihr Schulwesen so zu harmonisieren hätten, dass Qualität und Durchlässigkeit des Bildungsraums Schweiz gewahrt bleiben.
Der Konflikt entzündet sich an der 2004 beschlossenen Sprachenstrategie der Kantone, die 2009 im HarmoS-Konkordat verankert wurde. Diese sieht vor, dass Kinder in der Primarschule zwei Fremdsprachen erlernen – darunter eine zweite Landessprache. In einzelnen Kantonen gibt es inzwischen Bestrebungen, den Unterricht einer Landessprache als Fremdsprache auf der Primarstufe zu streichen. Das widerspreche der gemeinsamen Strategie, schreibt der Bundesrat und zeigt sich über diese Entwicklung «beunruhigt».
Um gegenzusteuern, legt die Regierung zwei Varianten für eine Gesetzesänderung vor. Die erste folgt dem HarmoS-Modell: In der Primarschule sollen obligatorisch zwei Fremdsprachen unterrichtet werden, eine Landessprache und Englisch. Damit würde die heutige Praxis in den 15 HarmoS-Kantonen bundesrechtlich abgesichert und für alle gelten, sollte es nötig werden. Die zweite Variante lässt den Kantonen mehr Spielraum: Sie verpflichtet lediglich dazu, dass eine zweite Landessprache spätestens ab der Primarschule und durchgehend bis zum Ende der obligatorischen Schulzeit unterrichtet wird, ohne Englisch explizit als zweite Fremdsprache vorzuschreiben.
Mit der Revision will der Bundesrat den Rahmen abstecken für den Fall, dass die Kantone ihre Sprachenstrategie ganz oder teilweise aufgeben. Konkrete Entscheide sind noch offen: Zunächst läuft bis zum 5. Oktober 2026 eine Vernehmlassung, in der Kantone, Parteien und weitere Akteure Stellung beziehen können. Erst danach wird sich zeigen, ob sich das strengere HarmoS-Modell oder die flexibelere Lösung durchsetzt – und wie viel Gewicht der Bund seiner sprachpolitischen Rolle im Schulbereich tatsächlich geben will.