Neue Maßstäbe in der neonatalen Ausbildung in ganz Europa: Europäisches Masterprogramm in Neonatologie offiziell zertifiziert

15.04.2026

GENF, 15. April 2026 /PRNewswire/ -- Die European School of Neonatology (ESN) gab heute bekannt, dass ihr Master of Advanced Studies (MAS) in Neonatologie von der Foundation for International Business Administration Accreditation (FIBAA) offiziell zertifiziert wurde. Das Programm erhielt zwei Auszeichnungen: Das FIBAA-Qualitätssiegel für zertifizierte Weiterbildungskurse und das Siegel "Excellence in Digital Education"®.

Junge und erfahrene Wissenschaftler:innen im fachlichen Austausch beim jüngsten ESPR-Kongress Paediatric Research for the Future of Children (PRFC), 2026 in Genf – Vernetzung und Wissenstransfer stehen im Zentrum der europäischen Neonatologie-Ausbildung.

 

Europaweit sind die Überlebensraten und die Gesundheitsversorgung von Neugeborenen weiterhin uneinheitlich und in einigen Regionen besorgniserregend gering. Laut dem jüngsten Euro-Peristat-Bericht zur Neugeborenengesundheit liegt die Sterblichkeitsrate von Neugeborenen in Europa zwischen unter einem und über vier Todesfällen pro 1.000 Lebendgeburten. Gleichzeitig unterscheiden sich die europäischen Standards für die Versorgung von Neugeborenen und die Facharztausbildung in diesem Bereich erheblich. Die Verbesserung und Harmonisierung der medizinischen Ausbildung ist daher entscheidend, um Sterblichkeitsraten zu senken und sicherzustellen, dass jedes Neugeborene europaweit eine einheitliche, qualitativ hochwertige Versorgung erhält.

Der ESN MAS in Neonatology wurde speziell für diese Herausforderung entwickelt. Der MAS ist ein onlinebasiertes, postgraduales Weiterbildungsprogramm für junge Ärzt:innen, die sich auf Neugeborene spezialisieren möchten. Es ist das erste Online-Weiterbildungsprogramm, das flexibles akademisches Lernen mit einer praxisnahen, arbeitsplatzbezogenen Ausbildung kombiniert und auf die European Training Requirements (ETR) in Neonatologie abgestimmt ist. Das Programm bereitet Ärzt:innen auf Führungspositionen in der Neugeborenenversorgung vor und zielt auf eine Harmonisierung der Ausbildungsstandards und Patientenversorgung in ganz Europa ab.

Die FIBAA-Zertifizierung bestätigt, dass der MAS in Neonatology höchste internationale Standards hinsichtlich Lehrqualität und pädagogischem Konzept erfüllt. Eine separate Auszeichnung würdigt zudem die exzellente digitale Lernplattform. Die Zertifizierung bestätigt den ESN MAS als innovatives und qualitativ hochwertiges Beispiel für ärztliche Fortbildung, das Theorie und klinische Praxis verbindet und damit der Mission der ESN entspricht, die professionelle neonatale Versorgung in Europa und darüber hinaus zu verbessern.

„Der ESN MAS in Neonatology ist nicht nur ein akademischer Abschluss, sondern ein praktisches Instrument für Ärzt:innen, die ihre Expertise in der Neonatologie vertiefen und gleichzeitig aktiv in die Patientenversorgung eingebunden bleiben möchten." 

– FIBAA-Beurteilungsbericht „Certification of Continuing Education Course", S. 11 

Prof. Sven Wellmann, Direktor der ESN und Chefarzt der Abteilung Kinderintensivmedizin und Neonatologie an der KUNO Klinik St. Hedwig der Barmherzigen Brüder in Regensburg, Deutschland, sprach über die Bedeutung der Zertifizierung: 

„Wir freuen uns sehr, dass die FIBAA sowohl die akademische Qualität als auch die digitale Innovation unseres Programms anerkannt hat. Diese Zertifizierung bestärkt uns in unserem Bestreben, der nächsten Generation von Neonatolog:innen eine zugängliche und qualitativ hochwertige Ausbildung zu bieten." 

Silke Mader, Mitbegründerin und Vorsitzende der Global Foundation for the Care of Newborn Infants (GFCNI), gratulierte der ESN: 

„Herzlichen Glückwunsch an die ESN zu diesem wichtigen Meilenstein! Die Zertifizierung des MAS in Neonatologie ist ein bedeutender Fortschritt sowohl für die Neugeborenenversorgung als auch für die Familien. Hospitalisierte Neugeborene und ihre Eltern verdienen nicht nur höchste medizinische Kompetenz, sondern auch mitfühlende, familienorientierte Unterstützung in einigen der schwierigsten Momente ihres Lebens. Indem die ESN diese Prinzipien in ein standardisiertes Ausbildungsprogramm integriert, trägt sie dazu bei, dass Familien als Partner in die Versorgung einbezogen und auf jedem Schritt des Weges unterstützt werden." 

Über die European School of Neonatology (ESN) 

Die European School of Neonatology ist die Bildungsinitiative der European Society for Paediatric Research (ESPR). Sie ist eine gemeinnützige Initiative, die sich der Weiterentwicklung der Neonatologie durch hochwertige und niederschwellig zugängliche postgraduale Weiterbildung widmet. Die Programme der ESN werden von führenden Expert:innen aus ganz Europa entwickelt und legen Wert auf fachliche Relevanz, Qualitätssicherung und gleichberechtigten Zugang zu einer qualitativ hochwertigen neonatalen Ausbildung. 

Quelle für die Daten zur Neugeborenensterblichkeit: Euro-Peristat-Project. "Core indicators of perinatal health in the European Union, Iceland, Norway, and Switzerland." European Perinatal Health Report (2022).

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Andri Silberschmidt wird zur Schlüsselfigur im Zürcher FDP-Poker um die Regierung

14.04.2026

Die Zürcher FDP setzt bei den Regierungsratswahlen 2027 konsequent auf Konzentration: Parteivorstand und Spitze wollen Nationalrat Andri Silberschmidt als einzigen offiziellen Kandidaten ins Rennen schicken. Der 31- beziehungsweise 32-jährige Unternehmer und Nationalrat soll den frei werdenden Sitz von Volkswirtschaftsdirektorin Carmen Walker Späh verteidigen und damit die bürgerliche Mehrheit in der siebenköpfigen Kantonsregierung sichern. Die formelle Nomination ist an der Delegiertenversammlung im Juni 2026 vorgesehen.

Silberschmidt, der seit 2019 im Nationalrat sitzt und zuvor im Zürcher Gemeinderat politisierte, positionierte sich bei seiner Vorstellung klar als wirtschaftsliberaler Kandidat. Der Kanton Zürich sei seine Heimat, hier habe er gewohnt, sein Unternehmen gegründet und seine „politischen Sporen abverdient“, sagte er. Priorität habe ein wirtschaftlich starker Kanton, in dem sich Unternehmen wohlfühlen. Als möglicher direkter Nachfolger für die Volkswirtschaftsdirektion nannte er neben Standortpolitik auch Verkehr, Sicherheit und Bildung als Schwerpunkte. FDP-Präsident Filippo Leutenegger beschreibt ihn als Vertreter einer zukunftsgerichteten, gesellschafts- und wirtschaftsliberalen Politik, der Eigenverantwortung, Unternehmertum und einen schlanken Staat betone und über Parteigrenzen hinweg Mehrheiten suchen könne.

Der Entscheid, zunächst nur mit einem Einerticket anzutreten, ist innerhalb des bürgerlichen Lagers umstritten. Politgeograf Michael Hermann bezeichnet das Vorgehen als verpasste Chance: Angesichts von sicher drei und bis zu fünf frei werdenden Sitzen in der Regierung sei der Verzicht auf eine aktive Rückeroberung des zweiten, 2019 an die Grünen verlorenen FDP-Sitzes ein „dürftiges Ziel“ für die traditionsreiche Kantonalpartei. Zumal der Sitz der Mitte-Partei als wacklig gilt, falls Regierungsrätin Silvia Steiner nicht mehr antreten sollte. Leutenegger verweist hingegen auf Risikomanagement: Man wolle „keine übermässigen Ansprüche stellen“, um nicht politisch „auf die Nase zu fallen“. Berichte, wonach potenzielle Kandidatinnen zuletzt mehrfach abgesagt hätten, verstärken den Eindruck eines strategischen Rückzugs auf die Kernaufgabe Sitzsicherung.

Für Spannungen sorgt der FDP-Kurs insbesondere bei der SVP. Kantonalpräsident Domenik Ledergerber spricht von einer Enttäuschung und wirft den Freisinnigen vor, den fünften bürgerlichen Regierungssitz faktisch kampflos preiszugeben. Er erinnert an die Kräfteverhältnisse vor 2019, als SVP, FDP und Mitte gemeinsam fünf der sieben Sitze hielten. Als Reaktion prüft die SVP nun, ihrerseits mit einem Dreierticket anzutreten. Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli hat ihre erneute Kandidatur bereits angekündigt, zusätzliche Namen sollen von einer Findungskommission vorgeschlagen werden; die Delegiertenversammlung will im Juli über das Ticket entscheiden. Die FDP hält ihr langfristiges Ziel von zwei Regierungssitzen zwar aufrecht, will eine zweite Kandidatur aber nur dann lancieren, falls es ausserhalb des bürgerlichen Lagers zu einer Vakanz kommt – etwa wenn parteilose oder mitte-nahe Amtsinhaber nicht mehr antreten.